Archiv der Kategorie: Konsum

Mode trifft Moral

am 27./28. Februar veranstaltet das Hygiene-Museum Dresden das „Mode-Trifft-Moral“ Wochenende, ein Wochenende über die Licht- und Schattenseiten der Modeindustrie.

Neben der Ausstellung „Fast-Fasion“, die auch noch bis Juli zu sehen ist, gibt es an dem Wochende zahlreiche Gelegenheiten zum Mitmachen und Mitdiskutieren: eine „grüne“ Modenshow, Theater und einen Markt der Möglichkeiten.. eine gute Chance um mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die sich für eine faire und ökologische Produktion unserer Kleidung einsetzen und einen Akzent gegen die „Fast-Fashion-Kultur“ setzen wollen.

Wir sind am So 28.02. auf dem Markt der Möglichkeiten mit einem Info-Stand vertreten und freuen uns über euren Besuch!

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Gut zu (er)tragen: Das Experiment

Foto aus dem Materialheft zur Kampagne für Menschenwürdige Mode 2014

Foto aus dem Materialheft zur Kampagne für Menschenwürdige Mode 2014, S. 11

Parallel zum Aktionszeitraum im September und Oktober wird es ab sofort alle ein bis zwei Wochen eine Aufgaben für euch geben rund um eure Textilien. Die Aufgaben sind teilweise aus dem Just-People-Kurs oder dem Materialheft zur Kampagne entnommen. Ich freu mich auf ein reges Entdecken und Austauschen hier und offline bei unseren Treffen..

1. Aufgabe: Inventur

  • Mache eine Liste von allen Klamotten, die du hast und schreibe dazu auf, von welchen Labels und aus welchen Ländern sie kommen
  • Stelle fest, wieviele Kleidungsstücke du davon im letzten Jahr gar nicht getragen hast.
  • Wieviele Menschen könntest du davon einkleiden? (eine vollständige, leichte Bekleidung pro Mensch)
  • Wieviele Klamotten haben ein Label, welches soziale und/oder ökologische Standards sichern soll wie „GOTS“, „Fairtrade“, „SAI“, „FairWearFoundation“ oder „Textiles Vertrauen 100 plus“ (mehr Infos im Materialheft ab Seite 23)

 


Aktionswoche 2014: gut zu (er)tragen?

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Bei der diesjährigen Micha-Aktionswoche dreht sich alles um menschenwürdige Mode: „Wir tragen gern, was gut aussieht. Aber wie gut geht es denen, die unsere Kleidung herstellen? Können sie ihre Arbeit ertragen? Oft nicht. Näherinnen in Bangladesch etwa arbeiten häufig in 90-Stunden-Wochen unter unmenschlichen Bedingungen und erhalten trotzdem nur Hungerlöhne.

„Einer trage des anderen Last“ heißt es in der Bibel (Galater 6,2). Bei Kleidung sind die Lasten weltweit sehr ungerecht verteilt. Wir, die Micha-Initiative, setzen uns daher für Mode ein, die gut zu tragen und deren Herstellung gut zu ertragen ist. Beteilige dich an der Kampagne gut zu (er)tragen?

Alle Infos zur deutschlandweiten Kampagne gibt es hier.

Auch in Dresden ist einiges geplant an Workshops, Gottesdienst, Vortrag, Klamottentauschparty. Lust mitzumachen? Dann schreib an Micha-Initiative-Dresden[at]gmx.net


Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben

Kann es Wohlstand ohne Wirtschaftswachstum geben? Der Dokumentarfilm sucht nach Lebens- und Wirtschaftsmodellen, die den Weg in die Postwachstumsgesellschaft weisen.

Die Filmemacherin Karin de Miguel Wessendorf unternimmt einen Selbstversuch und fragt: „Was muss ich ändern, damit mein Lebensstil zukunftsfähig ist? Und worauf kann ich verzichten ohne Verlust an Lebensqualität?“ Auf ihrer Reise durch Europa besucht sie Menschen, Initiativen und Unternehmen, die erkannt haben, dass Wirtschaftswachstum nicht das Maß aller Dinge sein kann…

[Quelle: arte.de, 2013, 52Min]

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Schmutzige Schokolade II

Wer denkt beim lustvollen Biss in einen Schokoriegel an dessen Herstellung?

…Schokolade und Kakao sind Genuss – Weihnachtsmänner aus Schokolade, Schokoriegel und Überzug über Lebkuchen, fast 12 Kilo Schokolade isst ein Schweizer oder ein Deutscher im Durchschnitt im Jahr.
Kakao ist billig und die Schokolade ebenso.

Doch wer bezahlt den Preis für den dauerhaft billigen Rohstoff Kakao? Es sind die Kinder in den Herstellungsländern in Afrika. 70 Prozent der Kakaos kommen aus Westafrika, aus Ghana, der Elfenbeinküste und einigen anderen Staaten.
Kindersklaverei ist auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste keine Seltenheit. Das hat vor drei Jahren der Journalist und Filmemacher Miki Mistrati in seiner ersten Dokumentation zum Thema aufgedeckt.


Link zu Schmutzige Schokolade I von 2011

[Quelle: 3sat.de, Dauer 45Min, 2013]

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Bottled Life – Die Wahrheit über Nestlés Geschäfte mit dem Wasser

Wie verwandelt man Wasser in Geld? Es gibt eine Firma, die das Rezept genau kennt: Nestlé. Dieser Konzern dominiert den globalen Handel mit abgepacktem Trinkwasser.

Der Schweizer Journalist Res Gehriger macht sich auf, einen Blick hinter die Kulissen des Milliardengeschäfts zu werfen. Nestlé blockt ab. Es sei der falsche Film zur falschen Zeit, heisst es in der Konzernzentrale. Doch der Journalist lässt sich nicht abwimmeln. Er bricht auf zu einer Entdeckungsreise, recherchiert in den USA, in Nigeria und in Pakistan. Die Expedition in die Welt des Flaschenwassers verdichtet sich zu einem Bild über die Denkweisen und Strategien des mächtigsten Lebensmittelkonzerns der Welt.

[Quelle: arte.de, 2012, 90Min]
Trailer:

Ganze Doku leider momentan nur in russisch verfügbar…


Zeitbombe Steuerflucht

WANN KIPPT DAS SYSTEM? Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, erarbeiten die Banken neue Strategien, um ihren reichen Kunden die Steuerhinterziehung zu ermöglichen. Die Entlarvung von Steuerflüchtlingen wie Amazon und Total macht begreiflich, wie die tiefen Löcher in Europas Staatskassen entstehen konnten.

Man stelle sich vor, ein jeder könnte selbst entscheiden, ob er Steuern zahlen will, und trotzdem die von der Allgemeinheit finanzierten, sozialstaatlichen Dienstleistungen (Gesundheit, Bildung, Sicherheit, öffentlicher Nahverkehr usw.) in Anspruch nehmen. Das ist keine Utopie – es ist heute Realität.

Internationale Konzerne können Milliardengewinne erwirtschaften, ohne einen einzigen Euro Steuern zahlen zu müssen. Wohlhabende Steuerzahler wiederum bringen den Großteil ihrer Reichtümer mit Hilfe des Schweizer Bankgeheimnisses oder durch in Jersey ansässige Firmen vor dem Fiskus in Sicherheit.

Ganze Staaten drohen inzwischen aufgrund der immer umfangreicher werdenden Steuerflucht zusammenzubrechen. Schätzungsweise 20 bis 30 Billionen Dollar werden jedes Jahr in Steuerparadiesen versteckt. Dies entspricht zwei Dritteln der weltweiten Schulden.

Der französische Finanzexperte, Journalist und Autor Xavier Harel bietet einen faszinierenden, lehrreichen Einblick in den Wirtschaftszweig Steuerflucht. Er reist dafür auf die Cayman-Inseln, ins amerikanische Delaware, nach Jersey, in die Schweiz und nach Großbritannien.

Mit einer Prise Humor enthüllt Harel die meisterhaft erdachten Steuersparmodelle von Colgate, Amazon und Total und stellt auch die großen Beratungsfirmen wie KPMG, Ernst & Young sowie PricewaterhouseCoopers für ihre Mithilfe bei der Plünderung der Gesellschaft an den Pranger.

Zuletzt zeigt er den unglaublichen Zynismus von Banken wie UBS oder BNP auf. Gerade erst mit dem Geld der Steuerzahler gerettet, helfen sie ihren gut betuchten Kunden weiterhin dabei, ihre Reichtümer am Fiskus vorbeizuschleusen. Doch die Steuerflucht hat ihren Preis. In Griechenland zeigt Xavier Harel, wie ein europäisches Land Pleite ging, weil es nicht in der Lage war, Steuern einzutreiben. Und alle Länder sind vom Bankrott bedroht, wenn es nicht gelingt, den ungeheuerlichen Privilegien der Konzerne und reichen Steuersündern Einhalt zu gebieten.

[Quelle: arte.de, 2013, 130Min]


Taste The Waste – Wie aus Lebensmitteln Müllberge werden

50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot. Das meiste davon endet im Müll, bevor es überhaupt den Verbraucher erreicht. Und fast niemand kennt das Ausmaß der Verschwendung.

Wer macht aus Essen Müll? Welche Folgen hat die globale Nahrungsmittel-Vernichtung für das Klima? Und für die Ernährung von sieben Milliarden Menschen?

Der Film findet Antworten bei Bauern, Supermarkt-Direktoren, Müllarbeitern und Köchen. In Deutschland, Österreich, Japan, Frankreich, Kamerun, Italien und den Vereinigten Staaten. Und er findet Menschen, die unserem Essen mehr Wertschätzung entgegenbringen und Alternativen entwickelt haben, um die Verschwendung zu stoppen.

Essen wegzuwerfen findet niemand gut — „weil andere nichts zu essen haben“, sagen die Jüngeren und die Älteren erinnern sich noch an den Hunger im Krieg: „Da waren wir um jeden Kanten Brot froh.“ Aber wir alle machen mit beim großen Ex und Hopp!

Valentin Thurn hat die Wirklichkeit in unseren Mülltonnen aufgespürt. In den Abfall-Containern der Großmärkte, der Supermärkte und denen vor unserer Haustür. Sie enthalten Massen einwandfreier Lebensmittel, teilweise noch originalverpackt, oft ist nicht einmal das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr werden allein in Deutschland weggeworfen. Und es werden immer mehr! Warum werfen wir so viel weg? Auf der Suche nach Erklärungen spricht Valentin Thurn mit Supermarkt-Verkäufern und -Managern, Bäckern, Großmarkt-Inspektoren, Ministern, Psychologen, Bauern und EU-Bürokraten.

Was er findet ist ein System, an dem wir uns alle beteiligen: Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an. Bis spät in den Abend muss das Brot in den Regalen frisch sein, zu jeder Jahreszeit gibt es Erdbeeren. Und alles muss perfekt aussehen: Ein welkes Salatblatt, ein Riss in der Kartoffel oder eine Delle im Apfel, und sofort wird die Ware aussortiert. Joghurtbecher schon zwei Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Dass wir die Hälfte unseres Essens verschwenden, wirkt sich verheerend auf das Weltklima aus.

Die Folgen reichen weit, denn die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet. Mehr als ein Drittel der Treibhausgase entsteht durch die Landwirtschaft. Nicht unbedeutend sind auch die auf den Müllkippen vergärenden Lebensmittel-Abfälle, denn die entstehende Klimagase haben entscheidenden Einfluss auf die Erderwärmung.

TASTE THE WASTE zeigt, dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten.

Kleine Schritte, die eine große Chance bedeuten.


[Quelle: tastethewaste.com, 2012, 80Min]

Der Trailer:

Der Film:

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(un)faire Kleidung kurz erklärt – Fair Wear Formula

Millionen von Arbeitern in der weltweiten Bekleidungsindustrie leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen, sind in ihren Rechten und Freiheiten eingeschränkt. Löhne sind zu niedrig, um davon zu leben, Arbeitstage sind sehr lang, Arbeitsbedingungen unsicher. Arbeitern steht es selten frei, Gewerkschaften beizutreten und die eigenen Bedingungen zu verbessern.

Keine Marke oder Organisation kann alleine die Bedingungen in der globalen Zulieferkette ändern. Daher arbeitet FWF mit lokalen Gewerkschaften, Arbeitnehmer- und Frauengruppen, Unternehmensverbänden, Regierungen und Verbraucherorganisationen in Produktionsländern und in Europa zusammen, um nachhaltige Lösungen zu finden.

[Quelle: http://www.fairwear.org/, 2013, 7Min]


Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus in „Der Zeit“ letzte Woche

Einen sehr schönen Artikel über das fast unangefochtene Dogma, dass wir immer mehr und weiter Produkte kaufen müssen um unsere Wirtschaft am Leben zu erhalten:

http://www.zeit.de/2013/10/DOS-Konsum

 Dann wandte Jesus sich an alle und sagte: »Nehmt euch in Acht! Hütet euch vor aller Habgier! Denn das Leben eines Menschen hängt nicht von seinem Wohlstand ab.«
Jesus erzählte den Leuten dazu ein Gleichnis: »Die Felder eines reichen Mannes hatten einen guten Ertrag gebracht. Der Mann überlegte hin und her: ›Was soll ich tun? Ich weiß ja gar nicht, wohin mit meiner Ernte.‹ Schließlich sagte er: ›Ich weiß, was ich mache! Ich reiße meine Scheunen ab und baue größere. Dort kann ich mein ganzes Getreide und alle meine Vorräte unterbringen. Und dann werde ich zu mir selbst sagen: Du hast es geschafft! Du hast einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Gönne dir jetzt Ruhe, iss und trink und genieße das Leben!‹ Da sagte Gott zu ihm: ›Du törichter Mensch! Noch in dieser Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert werden. Wem wird dann das gehören, was du dir angehäuft hast?‹«
´Jesus schloss, indem er sagte:` »So geht es dem, der nur auf seinen Gewinn aus ist und der nicht reich ist in Gott.«
(Lukas 12, 15- 21)